Bekannteste Skulpturen der deutschen Frühgotik

Der Westchor des Naumburger Doms birgt einen der künstlerischen Höhepunkte des mittelalterlichen Skulpturprogramms. Der in der Mitte des 13. Jahrhunderts von der Werkstatt des Naumburger Meisters geschaffene Stifterzyklus zählt zu den bekanntesten Werken der deutschen Frühgotik.

Es handelt sich um ein monumentales Ensemble zwölf lebensgroßer Figuren aus Stein für acht Männer und vier Frauen des Hochadels. Zehn von ihnen sind direkt in die dahinter liegenden Dienste integriert und sind somit fixiert. Zwei Figuren sind freistehend. Die erhaltenen Farbreste sind auf Restaurierungsarbeiten des 16. und 19. Jahrhunderts zurückzuführen, jedoch konnten Spuren der originalen Farbgebung des 13. Jahrhunderts nachgewiesen werden. Bis heute wirft der Zyklus hinsichtlich seiner Bedeutung und vor allem der Entschlüsselung seiner reichen Symbolik viele Fragen auf.

Wilhelm
Uta
Timo
Syzzo
Reglindis
Konrad
Hermann
Gerburg
Ekkehard
Dietrich
Berchta

Wirklichkeitsnähe und Ausdruckskraft

Die 12 lebensgroßen Stifterfiguren weisen eine für die damalige Zeit unvergleichliche Wirklichkeitsnähe und individuelle Ausdruckskraft aus. Vor allem die Stifterfigur Uta von Naumburg vermag jährlich tausende Besucher in ihren Bann zu ziehen.

Die Skulpturen des Naumburger Meisters sind in ihrem frühgotischen „Realismus“ und der Darstellung von Laien an herausragender Stelle des westlichen Sanktuariums singulär in der europäischen Kunst des 13. Jahrhunderts.