Der Naumburger Meister

Ausschnitt aus dem Westlettner

Weltbekannt ist der Naumburger Dom vor allem durch die Arbeiten des Naumburger Meisters, eines namentlich unbekannten Architekten und Steinbildhauers.

Durch die gotische Kathedralbaukunst Nordfrankreichs inspiriert, schuf er u.a. den Westlettner im Dom zu Mainz, von dem jedoch nur noch wenige Teilstücke erhalten geblieben sind. In der Mitte des 13. Jahrhunderts gelangte der Meister nach Naumburg, wo er für die Planung, Ausstattung und Ausführung des Westchores verantwortlich war.

Auftraggeber für die Arbeiten am Westchor war der damalige amtierende Bischof Dietrich II. Die im Naumburger Westchor geglückte Verbindung von Architektur, Plastik und Glasmalerei ist in ihrer Art einzigartig. Mit Recht kann man bei den Arbeiten im Naumburger Dom von dem Hauptwerk dieses Steinbildhauers sprechen, wovon sich auch die Namensgebung des Meisters ableitet. Insbesondere faszinieren die Reliefs zur Passionsgeschichte am Westlettner und die zwölf lebensgroßen Stifterfiguren im Westchor (bekannteste Stifterfigur Uta von Naumburg) durch ihre unvergleichliche Wirklichkeitsnähe und Ausdruckskraft.