Der Naumburger Domgarten

Weiträumig schließt sich im Südwesten an den Dom der Naumburger Domgarten an - ein knapp ein Hektar großes baumreiches Areal mit Wegen und Gewässern lädt den Besucher zum Spazieren und Verweilen ein. 

Der bis Juni 2011 nicht für die Öffentlichkeit zugängliche Domgarten vereint alte Teichanlagen, die Bastionen der mittelalterlichen Immunitätsmauer sowie Gärten der ehemaligen Domherrenhäuser. 
Damit wurde im Einklang mit der kompletten Neugestaltung des Domgartens ein erholsames und stimmiges Ambiente geschaffen, das den Dom harmonisch in seine Umgebung einbettet. 

Innerhalb der Parkanlage bringt im Anschluss an den Westchor der "Garten des Naumburger Meisters" in natura die heimische Pflanzenwelt dem Besucher nahe. Sie diente dem Bildhauerarchitekten von Westchor, Stifterfiguren und Westlettner im 13. Jahrhundert als Vorlage für die Kapitelle, Friese und Schlusssteine des Westlettners und des Westchors. 
Über 150 originale Kapitelle, welche botanisch exakt bestimmbare filigrane Blattwerke schmücken, findet der Besucher am Lettner und im Westchor des Doms.

Der Naumburger Domgarten mit dem "Garten des Naumburger Meisters" ist einbezogen in das Netzwerk "Gartenträume - Historische Parks in Sachsen-Anhalt".

Der Naumburger Domfriedhof

Zugang über Windmühlenstraße oder Lindenring
für Besucher geöffnet April bis Oktober | 9.00-18.00 Uhr

Der Domfriedhof wurde höchstwahrscheinlich um die Mitte des 16. Jahrhunderts angelegt. Schon Ende des 16. Jahrhunderts finden sich erste hohe Würdenträger des Domkapitels auf dem Friedhof, die zuvor und auch noch lange danach das Recht zur Bestattung in der Domkirche besaßen. Bis in das 20. Jahrhundert hinein hatten Naumburger Domherren und bestimmte höhere Verwaltungsmitarbeiter (auch die Domprediger) Anspruch auf eine kostenfreie Grabstelle. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts nahm die Bedeutung des Domfriedhofs langsam ab. Aber auch danach wurden noch herausgehobene Persönlichkeiten (z.B. Domdechanten) auf dem Domfriedhof bestattet. Die letzte Beisetzung auf dem eigentlich bereits verwaisten Friedhof fand wohl in den 50er oder 60er Jahren statt.

Mit der nach Johannes dem Täufer bezeichneten Johanneskapelle auf dem Domfriedhof besitzen der Naumburger Dom und die Ev. Kirchgemeinde Naumburg einen besonderen Schatz. Die Johanneskapelle, welche sich ursprünglich auf einem Domherrenhof südlich des Doms befand, wurde zu Beginn der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts von einem an der französischen Gotik geschulten Baumeister errichtet. Seit 1864 steht die Kapelle auf dem Naumburger Domfriedhof. Im Inneren zeigt sich ein Gewölbe in drei Jochen mit kunstvoll gearbeiteten Schlusssteinen und Laubkapitellen. Der ehemalige Schlussstein der Kapelle, heute im Kreuzgang des Naumburger Doms zu sehen und als Kopie über dem Eingang zur Kapelle angebracht ist, zeigt ein Brustbild Johannes des Täufers mit Opferlamm.

Die farbenfrohen Glasfenster wurden 2014 von dem Künstler David Schnell entworfen und gemeinsam mit den Derix Glasstudios Taunusstein umgesetzt. Dank des freundlichen Entgegenkommens des Künstlers und der Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin sowie einer großzügigen Spende aus Freyburg können die Fenster in der Kapelle verbleiben.

Johannesandacht | 24.06. | 19:00 Uhr

Für Bestattungen auf dem Domfriedhof wenden Sie sich bitte an Grit Schödel, Stiftskämmerin der Vereinigten Domstifter.

Satzung  

Satzung für den Friedhof des Doms St. Peter und Paul in Naumburg, Stand 29.06.2015 (pdf)

Blick auf die Johanneskapelle
Fenster von David Schnell
Detail eines Grabmals