Lichtskulptur zu Ehren der Heiligen Elisabeth von Thüringen erhellt den Naumburger Dom vom 29.01. bis 13.05.2018

Das Interesse Schönborns am Leben und Wirken herausragender Frauen wandte sich 2014 Elisabeth von Thüringen zu. Besonders der Umstand, dass ihre Grablege erhalten, aber ihre Gebeine in der Reformationszeit zerstreut wurden, regte Schönborn zu dem sargartigen Schrein „Elisabeth von Thüringen“ an. Leuchtend bunte Bilder umfassen die schmale, einfache Kistenform. Sie stammen von dem mittelalterlichen Elisabethfenster aus der Marburger Elisabethkirche und wurden von dem Künstler in die Abstraktion der Unschärfe geholt. Hier wird das kurze Leben der ungarischen Königstochter Elisabeth (1207 - 1231) erzählt: Wie sie nach dem frühen Tod ihres Mannes dem höfischen Leben entfloh und sich der Speisung und Pflege der ärmsten und der kranken Menschen widmete. Dem heiligen Franziskus nachfolgend, fand sie ihren Platz bei den Menschen in Not.

Die Oberseite des Schreines zeigt sie auf einem Kissen ruhend in weißem Schleier. Über diesem Relief, das ihr Grab ziert, wurde die Elisabethkirche in Marburg errichtet.

Das leuchtende Kunstwerk befindet sich auf einer mehrjährigen Reise zu den Orten, an denen Elisabeth lebte oder an denen sie früh verehrt wurde. Die Reise begann am Elisabethfest 2017 im Dom zu Erfurt, wo 1235 ihre Heiligsprechung proklamiert wurde. Zweite Station (bis 13. Mai 2018) ist nun die Krypta des Naumburger Doms, in dessen Elisabethkapelle sich die vermutlich älteste Steinfigur der Heiligen befindet. Teil der Ausstellung im Naumburger Dom wird außerdem ein Konzert der Erfurter Harfenistin und Sängerin Clara vom Querenberg sein. Zur Musikalischen Passionsandacht am 24. Februar 2018 ist sie mit Passionsmusik aus dem Mittelalter im Dom zu hören.

Weitere Stationen des Kunstwerks zu Ehren der Heiligen Elisabeth von Thüringen werden u.a. die Abteikirche Sayn, die Wartburg, die Neuenburg in Freyburg (Unstrut), der Dom zu Merseburg und der Wiener Stephansdom sein.

Philipp Schönborn ist 1943 geboren, wuchs in Österreich auf und lebt heute in München. Seit den 1980er Jahren machte er sich international einen Namen als Fotograf von zeitgenössischen Kunstwerken. Schönborns künstlerische Auseinandersetzung mit den Themen Natur, Kunst, Religion, Licht und Farbe begann 1990. Die Form, die er dafür entwickelte, ist die Fotografie in Leuchtkästen oder Aluminiumrahmen.

Mit seiner Einzelausstellung „Heiliges Land“ im Fotomuseum Berlin 2005 wurde er als Künstler bekannt, 2017 bestritt er eine Einzelausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien.

Naumburg war bereits 2012 eine wichtige Station auf seiner Ausstellungstournee „Hildegard von Bingen“, eine der großen Frau des Mittelalters gewidmete Reise entlang der Straße der Romanik.

 

 

Foto: Philipp Schönborn